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Pressemitteilung - 08.06.2011

EHEC: Verbraucher ändern Verhalten meist nur kurzfristig

Bevölkerung weiter verunsichert / Produktion und Herkunft entscheiden beim Einkauf / Forderung nach professioneller Kommunikation

Düsseldorf, den 8. Juni 2011 – Das EHEC-Virus beschäftigt weiterhin die Menschen in Deutschland: Fast jeder Zweite hat infolge der Berichterstattung seine Essgewohnheiten verändert. Das ist das Ergebnis einer aktuellen repräsentativen Umfrage von Ketchum Pleon, Deutschlands führender Kommunikationsagentur. Die Studie zeigt aber auch: Nur wenige Deutsche stellen dauerhaft ihr Ess- und Kaufverhalten um.

Die noch immer steigende Zahl von EHEC-Fällen verunsichert die Öffentlichkeit. Angesichts des Infektionsrisikos sind viele Verbraucher bei Produkten wie Obst und Gemüse deutlich vorsichtiger als früher. "45 Prozent der Deutschen haben ihr Verhalten im Zuge des EHEC-Ausbruchs geändert", sagt Dirk Popp, Sprecher des Executive Boards von Ketchum Pleon Deutschland. Erkennbar ist aber auch, dass nur wenige Menschen dauerhaft Konsequenzen aus Lebensmittelskandalen ziehen. Die von Ketchum Pleon bei tns emnid beauftragte Studie verdeutlicht: "Nur jeder Siebte ändert sein Ess- und Einkaufsverhalten langfristig, mehr als ein Drittel kehrt schnell zu den alten Ernährungsgewohnheiten zurück."

Bedeutung von Hygiene und Herkunft wächst
Von den Befragten der Studie, die ihr Verhalten geändert haben, gaben 80 Prozent an, frische Produkte wie Obst und Gemüse vor dem Essen gründlicher zu reinigen. 71 Prozent von ihnen waschen sich außerdem häufiger als zuvor die Hände. Vor allem der Verzehr von rohem Gemüse wird als gefährlich eingeschätzt. 73 Prozent haben es deshalb komplett vom Speiseplan gestrichen.
Die Kaufzurückhaltung trifft die einheimischen Produzenten und den Lebensmittelhandel allerdings nicht mit voller Härte. Verbraucher meiden insbesondere Produkte aus unsicheren Anbaugebieten "Die Herkunft hat beim Einkauf eine sehr hohe Bedeutung. Fast zwei Drittel der Verbraucher entscheiden sich für Gemüse aus sicheren Regionen", betont Kommunikationsexperte Popp.

Verhaltensänderungen haben nur selten Bestand
Verbraucher passen ihr Verhalten bei Lebensmittelkrisen meist nur kurzfristig an – das zeigt die aktuelle Studie sehr deutlich. Dauerhaft sind nur 14 Prozent der Deutschen bereit, ihr Essverhalten umzustellen, weitere 34 Prozent tun dies zumindest in akuten Krisenzeiten solange, bis die Gefahr vorüber ist. "Wenn man zusätzlich berücksichtigt, dass 50 Prozent der Deutschen bei Krankheiten wie EHEC oder der Schweinegrippe ihr Verhalten generell nicht ändern, können Erzeuger und Handel hoffnungsvoll in die Zukunft schauen" erklärt Dirk Popp.

Berichterstattung nicht unumstritten
Die Art und Weise wie die Medien über EHEC berichten, wird sehr unterschiedlich bewertet: 50 Prozent der Umfrage-Teilnehmer nehmen die aktuelle Berichterstattung ernst, weitere 21 Prozent haben dies lange nicht getan, tun dies aber heute. Dem gegenüber gaben knapp 30 Prozent an, der Darstellung nicht zu glauben. "Eine professionelle Kommunikation ist in der aktuellen Situation unverzichtbar. Nachvollziehbare Informationen von allen Beteiligten sowie eine größere Transparenz sind zwingend notwendig, um verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen", so Dirk Popp.

Ärzte bleiben die vertrauenswürdigste Quelle
Niemandem vertrauen die Deutschen mehr als dem eigenen Arzt. 82 Prozent sehen in ihm die glaubwürdigste Informationsquelle. Ebenfalls hohes Vertrauen wird Gesundheitsorganisationen wie z.B. dem Robert-Koch-Institut entgegen gebracht (78 Prozent). Im Vergleich dazu fallen vor allem Print- und Online-Medien ab: Nur gut die Hälfte der Befragten (53 Prozent) vertraut ihren Angaben. "Es ist offensichtlich, dass Teile der Medien bei vielen Menschen massiv an Glaubwürdigkeit einbüßen. Gerade im Hinblick auf die notwendige Prävention bei akuten Krankheiten ist das eine bedenkliche Entwicklung", erklärt Dirk Popp.

Über die Studie
Die repräsentative Befragung von 1.003 Konsumenten ab 14 Jahren erfolgte in Zusammenarbeit mit tns emnid vom 03.06. bis 04. 06 2011. Es können soziodemographische Daten wie Alter, Geschlecht, Bildung, Einkommen, Haushaltsgröße und Bundesland sowie die Einstellungen zu EHEC unterschieden werden.
 

Pressemitteilung (PDF, 38 KB)

 
Kontakt

Ralf Maushake
T +49 211 9541 2144
ralf.maushake(at)ketchumpleon.com

Ketchum Pleon
Bahnstraße 2
40212 Düsseldorf
www.ketchumpleon.de